Seit einiger Zeit bin ich ja mit Freunden am Diskutieren wie ein "postmodernes Stadtkloster" aussehen könnte (vgl. Post "Postmoderne Klöster" vom 12.Juli 04), in diesem Zusammenhang hat mich Mark auf die sog. Boiler Rooms aufgemerksam gemacht. Im Zug der 24/7-Gebets-Bewegung ist an einigen Orten der Wunsch entstanden, eigentlich Gebetshäuser einzurichten, oder wie sie es nennen "Millennium 3 monasteries". Nach eigener Aussage dienen diese Häuser im Sinne der alten keltischen Spiritualität als "Hostel für heutige Pilger, als Ort der Gerechtigkeit für die Armen, als Missionsstation und Kunstzenturm (a hostel for modern-day pilgrims, an outlet of justice for the poor, a mission station and an arts centre). Ein "offenes" Kloster, wo man auftanken, zur Ruhe und in die Gegenwart Gottes kommen kann und das nicht irgendwo weitab im Kraut, sondern mitten im pulsierenden Stadtleben, eine Oase im Chaos. Da sehe ich gute und wichtige Aspekte...schreib doch deine Gedanken dazu und...
lass uns so diese Vision und Idee weiterverfolgen. Zum Schluss noch ein Zitat von Ian Bradley (The Celtic way):
"The dominant institution of Celtic Christianity was neither the parish church nor the cathedral, but the monastery… a combination of commune, retreat house, mission station, hotel, hospital, school, university, arts centre and power-house for the local community - a source not only of spiritual energy but also of hospitality, learning and cultural enlightenment."
Ist nicht die Beschreibung der celtischen Klöster von Ian Bradley nicht auch eine Umschreibung dafür wie Gemeinde eigentlich aussehen und wirken müsste? Wenn man das in der Emerging Church Diskusion aufkommende Gemeindeverständnis als Weggemeinschaft zu Ende denkt kommt man automatisch zu der Frage ob denn eine klassische "Sonntagsgemeinde" einen Rahmen, für diese Weggemeinschaft bieten kann. Oder anders herum gefragt: Was müsste eine Gemeinde strukturiert sein die ihren Leuten wirklich helfen will mit Gott in ihrem Alltag zu leben? Da muss man doch zugeben das herkömmliche Modelle den Einzelnen doch ziemlich alleine stehen lassen. Es ist interessant das aus diesen Fragestellungen heraus immer mehr Gemeinden zu solchen "Klostergedanken" kommen, egal ob sie sie nun so nennen oder nicht. Es geht darum, geistliche Zentren mitten im Alltag zu schaffen, die es ermöglichen, wann ich auch immer will Kirche zu leben und es geht darum Gemeinde zu dezentralisieren. Nicht mehr auf einen grossen Gottesdienst fixiert zu sein, sondern im Alltag viele Möglichkeiten zu bieten Gottesdienst, in welcher Gestalt auch immer, zu erleben. Und es geht auch darum sich nicht mehr als Aussenstehende zu erlben, sondern als Teil der Gesellschaft...
Kommentiert von: Pfaffe3000 | 08. September 04 um 20:46 Uhr