Spruch am Mittwoch XLII
Passend zum Lernwochenende bei Kubik (Berichte hier, hier und hier) eine Passage aus Bonhoeffers "Nachfolge", die ich gestern in einer Kleingruppe gelesen habe. Nachdem ich mich seit ungefähr 10 Jahren periodisch mit Bonhoeffer beschäftige, habe ich nun die vergangenen Wochen endlich mal "Nachfolge" nicht nur ausschnittsweise, sondern von A-Z gelesen. Anspruchsvoll und ungeheuer dicht. Werde wohl in einigen Monaten einen zweiten Durchgang starten, um noch mehr daraus zu ziehen. Nachfolgend zusammengefasst einige Sätze aus dem Vorwort.
Wir wollen von dem Ruf in die Nachfolge Jesu sprechen. Laden wir damit den Menschen ein neues, schweres Joch auf? Sollen hier zu all den Menschensatzungen, unter denen Seelen und Leiber seufzen, noch härtere, unerbittlichere hinzugefügt werden? Soll mit der Erinnerung an die Nachfolge Jesu nur noch ein spitzerer Stachel in die beunruhigten und verletzten Gewissen getrieben werden? Sollen hier etwa zum soundsovielten Male in der Kirchengeschichte unmögliche,quälerische, exzentrische Forderungen aufgestellt werden, deren Befolgung wohl ein frommer Luxus einiger weniger sein mag, die aber von dem arbeitenden, um sein Brot, um seinen Beruf, um seine Familie sorgenden Menschen als das gottloseste Gottversuchen verworfen werden müssen?.....In der Nachfolge kommen die Menschen aus dem harten Joch ihrer eigenen Gesetze unter das sanfte Joch Jesu Christi...das Gebot Jesus ist hart, unmenschlich hart, für den, der sich dagegen wehrt. Jesu Gebot ist sanft und nicht schwer für den, der sich willig darein ergibt...Das Gebot Jesu hat nichts zu tun mit seelischen Gewaltkuren. Jesus fordert nichts von uns, ohne uns die Kraft zu geben, es auch zu tun. Jesu Gebot will niemals Leben zerstören, sondern Leben erhalten, stärken, heilen.
Kommentare