Hirsch hat die Frage nach Gemeinde-Innovation-und Veränderungen mit den drei Ebenen eines Computers verglichen. Programme, Betriebssystem und Bios/Hardware. Bildlich gesprochen verändern wir oft nur die Programme, manchmal nehmen wir einen Eingriff ins Betriebssystem vor, aber kaum je dringen wir zur Hardware vor. Über das "wahre" Wesen der Ekklesia wird nicht nachgedacht und alles bleibt weitgehend beim Alten. Dann sprach Alan über eines seiner Lieblingsthemen. Wer das Buch "The shaping of things to come" gelesen hat, dem werden die Gedanken bekannt vorkommen.
Nachfolgend einige Gedanken aus der Session 2 von Alan Hirsch, die Session 3 habe ich verpasst, weil ich am Freitagabend für ein Seminar nach Basel zurückgereist bin. Zu Beginn des Impulses hat Alan ein Ressourcen-Tipp angegeben, den ich euch nicht vorenthalten will:
http://www.idearipple.com
Missionale-inkaratorische Gemeinde
Die deutsche Terminologie
ist nach wie vor schwierig, aber eigentlich wäre es besser die englische Begriffe zu verwenden, aber wie auch immer ... Im Englischen lauten das Begriffspaar missional-incarnational. Missional
church ist nicht einfach eine coole Idee. So zu sagen ein neuer Schrei in der Gemeindebauszene. Es bedeutet, dass Gott selber ein
missionarisches Gott ist, der sich in die Welt sendet. Die Mission hat eine
Kirche und nicht die Kirche hat eine Mission. Im Deutschen bringt das Wort "Sendung" eine vergleichbare Dynamik zum Ausdruck. Der missionale Impuls bringt die Ausbreitung, die Dynamik des Evangeliums zum Ausdruck. Dazu kommt ein
inkarnatorischer Impuls. Jesus hat im jüdischen Umfeld gewirkt. Später hat sich die Bewegung in andere Kulturen ausgebreitet. In dieser Phase kommt es zu einem
Konflikt zwischen Paulus und Petrus. Paulus setzt für den inkarnatorischen
Aspekt ein, ein Gemeinde soll z.B. im galatischen Umfeld eine der Kultur angemessene Form erhalten. Es braucht
beide Dimensionen, die missionale und inkarnatorische. Die horizontale und vertikale, die ausbreitenden und die vertiefende Dimension.
Wir leben heute in einem
"missionalen Raum". Wir müssen zu den Leuten gehen und nicht warten, bis sie zu
uns kommen.
4 Merkmale von Inkarnation:
þ Presence
(Präsenz) in Raum und Zeit
þ Proximity
(Nähe), Plätze, wo wir mit Leuten in Kontakt kommen
þ Powerlessness (Verzicht auf Einfluss u. Macht) ,
Jesus kam als Diener, Demut
þ Proclamation (Proklamation)
der Botschaft von Jesus
Addition, besseres
Programm, grösseres Gebäude. Die Kirche wird immer noch als Institution
gesehen. Sie laden ein, sie evangelisieren, sie kümmern sich um Arme.
Der Gründer, die
ursprüngliche Geschichte, > die Mission kommt von Jesus > erst dann kommt
die Kirche, „Church follows Missions“ und nicht umgekehrt. In EC-Kreisen wird
oft über Ekklesiologie und Theologie gesprochen und aber manchmal nicht im Kontext
der Missiologie.
Onkel L in China, ein
alter, weiser Mann, früher im Gefängnis, keine Angestellten, dieser Mann leitet
ein Hauskirchen-Netzwerk mit 3 Millionen Gliedern. Dafür gibt es eigentlich nur
den Begriff „apostolisch“. Missionale-incarnatorische Gemeinden brauchen eine
apostolische Leitung.
Was machen Apostel? Sie
verbreiten das Christentum, in sie neue Gemeinde pflanzen. Sie sind Wächter der DNA
von Gottes Volk. Der Apostel ist besorgt, dass die DNA „richtig“ bleibt, vgl. die
paulinischen Briefe.
Ich denke auch, dass man im Deutschen von "Sendung" reden sollte, wenn man den Gesamtauftrag bezeichnet. Mission als Begriff ist zu sehr vorgefüllt.
Man könnte dann vielleicht von der "gesandten Gemeinde" reden, im Anlehnung an die "sendenden Gemeinde", die der zweite, daraus folgernde Aspekt ist. Die gesandte Gemeinde sendet aus.
Kommentiert von: kapeka | 06. Mai 06 um 12:07 Uhr