Ich bekenne es offen. Ich bin kein Fan von Worship-Musik. Natürlich kann ich gut reden, denn Musik, vor allem eben "Worship" ist nicht mein primärer Kanal, um die Gottesbeziehung zu pflegen (vgl. Gary Thomas, Neun Wege, Gott zu lieben). Vielleicht wäre er es, wenn die Qualität der Musik besser wäre:-). Nun Spass beiseite, ich glaube nicht, dass es nur an der Qualität liegt, ein Upgrade könnte aber nicht schaden. Wieder einmal deutlich geworden ist mir die Misere, als ich mir die Texte der neuen Grönemeyer-Scheibe angesehen habe. Da finde ich Sprachlust & Virtuosität, ja manchmal etwas Pathos, aber warum nicht. Die Texte zeugen von einer Liebe zur Sprache, auch wenn seinen "Liedern manchmal zu viel zugemessen" wird, wie er selbst sagt (Weltwoche 9/07). Worship-Songs sind dagegen meistens sprachlich platt. Dieselben Phrasen wiederholen sich in jedem dritten Lied. Gut, ich übertreibe ein wenig. Ich will auch gar nicht geistliche Absicht und die Motivation der Texter hinterfragen, aber wo ist der fromme "Herbert", der unser Sprachgefühl nicht ständig verletzt und verärgert? Ich habe kein Taktgefühl (bin sogar in der Zugschule während der RS ständig aus dem Trott gefallen!), meine musikalischen Fähigkeiten beschränken sich aufs "Triangel"-Spielen, darum käme es nicht gut, wenn ich mich selber ans Werk mache. In diesem Fall kritisiere ich einmal, ohne es selber besser machen zu können. Da kann man mich festnageln, stimmt. Aber vielleicht liest das ja ein begabter Songwriter, der sich davon trotzig inspirieren lässt. Obwohl ich die englische Sprache sehr gerne habe, darf es ruhig deutsch oder "schwiizerdütsch" sein. Was denkt ihr dazu? Oder habt ihr einen guten Tipp, der meine Meinung ändern könnte...Vielleicht habe ich die Ausnahmen ja einfach noch nicht entdeckt! Mein bisheriger Favorit in englischer Sprache war "Third Day, Offerings 2". Texte sind auch nicht der ultimative Hammer, aber musikalisch hat mich die Scheibe überzeugt.
Es ist interessant, Worship wird hierzulande immer mit Musik in Verbindung gebracht. So ist es nicht erstaunlich wenn ich Jugendliche aus der Gemeinde höre "oh samstag voll worship gewesen, heilige geist und so.. aber jetzt ist das Gefühl wieder komplett weg (ohne die Musik), wieso kann dieses Gefühl nicht immer da sein?".
Was viele als Worship bezeichnen ist nichts anderes als Emotionen. Man kann mit Musik selbst Atheisten zu "Worshipper" machen, denn Klang und Takt können sehr bewegen. Aber das ist dann nicht der Heilige Geist der bewegt, sondern eben Klang und Takt. Die Probe aufs Exempel kann jedermann selbst bei sich machen: Kannst du auch ohne Musik so anbeten wie du es mit Musik tust?
Viele können das nicht, aber so ein Thema wird höchst selten aufgefriffen bei einem "youth-meeting". Und das ist leider nur die Spitze des Eisbergs.
Kommentiert von: Johann Kuster | 19. August 07 um 16:40 Uhr
Vielleicht schon hinlänglich bekannt, aber ich finde "Mystery" von Vineyard ne ganz coole Worship-Platte. Ist musikalisch ein bisschen was anderes und einige der Texte sind auch ziemlich gut.
Kommentiert von: Alex | 15. März 07 um 20:10 Uhr
Danke, Mike!
Kommentiert von: Sebastian | 09. März 07 um 16:27 Uhr
Danke für eure Tipps. Werde sie mir zu Herzen nehmen.
Kommentiert von: Mike | 08. März 07 um 20:23 Uhr
Ich finde die Texte von Marcus Watta eigentlich gut und unplatt... kennst du ihn?
Kommentiert von: Esther | 08. März 07 um 19:54 Uhr
Ja Andy, hast Du mal die neue Zeichen der Zeit-Platte gehört? Da nehmen die Jungs kein Blatt mehr vor den Mund... Ist eine wirkliche Empfehlung.
Kommentiert von: DoSi | 08. März 07 um 19:18 Uhr
Ich hoffe ja immer noch, dass das Xavier es mal richtig durchzieht. Die Musik find ich echt geil und als ich mal lange im Krankenhaus war, hat sie mir auch echt Kraft gegeben. Aber manchmal singt der so nen Schwachsinn, unglaublich
Kommentiert von: andy | 08. März 07 um 19:11 Uhr
Naja, mein primärer Zugang ist Johnny Cash geworden, warum auch immer. Die American-Alben zu hören ist wie zu Füßen eines weisen Mentors zu sitzen.
Von den klassischen Worship-Bands bleiben Delirious? mein Fave, vor allem die aktuelle Scheibe (Mission Bell) überzeugt mich. Ich mag die Musik und Martin Smith schafft es immer wieder, mit seinen Texten Bilder zu malen, die tief in mir ihren Widerhall finden. Das ist einzigartig und die Worte sind eigentlich nicht zu übersetzen. Natürlich bleiben immer noch Vorbehalte ("Paint the town red with the blood of Jesus" oder zu individualisierende Texte), aber sie schauen doch immer wieder über den Tellerrand hinaus und berühren mich auf's Neue.
Kommentiert von: DoSi | 08. März 07 um 16:46 Uhr
es läuft nicht unter "Worship" aber ein paar meiner besten Erfahrungen mit Musik und Gegenwart Gottes habe ich mit Songs von Rich Mullins gemacht. Zum Beispiel: If I Stand. Leider nicht Deutsch, aber schon mal gut. :-)
(www.kidbrothers.net)
Kommentiert von: Peter Aschoff | 08. März 07 um 15:26 Uhr