Wie
entsteht ein (Spiel)-Film? Was passiert im Schneideraum? Wann wird geprobt?
Welche Aussagemöglichkeiten kann die Kameraführung verstärken? Wen solche
Fragen interessieren, dem kann ich Sidney Lumets Buch „Filme machen“ empfehlen.
Lumet ist ein renommierter Hollywood-Regisseur der alten Garde. Seine
Filme haben mehr als 50
Oscar-Nominationen erhalten, er selber hat im Jahre 2005 einen Oscar für sein
Lebenswerk erhalten. „Die zwölf Geschworenen“ (1957), „Mord im Orientexpress“
(1974), „Network“ (1976) oder „Verdict“ (1982) gehören zu seinen bekanntesten
Werken. Die amerikanische Originalausgabe erschien 1995, das heisst das Buch
erklärt den Prozess des Filme Machens VOR der digitalen Revolution. In
technischer Hinsicht ist das Buch verständlicherweise nicht auf dem aktuellsten
Stand, doch dies mindert seine Attraktivität in keiner Weise. Schritt für
Schritt erklärt der Regisseur Lumet (aus seiner Perspektive) die Entstehung
eines Films : Regie, Drehbuch, Proben, Umgang mit Schauspielern, Kameratechnik,
Schneideraum, Filmmusik und vieles mehr. Jedes Kapitel ist gewürzt mit
Anekdoten aus seiner langen Karriere.
Es ist kein Buch eines Hochschuldozenten, sondern eines Praktikers, der
genau weiss, wovon er spricht. So ist nötige Glaubwürdigkeit gegeben. Wer also
Film-Theorie sucht, ist bei Lumet am falschen Ort, wer aber hinter die Kulissen
der amerikanischen Filmindustrie werfen will, erhält persönlich gefärbte Lektionen
eines Meisters seines Fachs.
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