Wie wird ein dezentrales Netzwerk geleitet, wenn es kein offizielles Leitungsteam mehr gibt? Ja, braucht ein Netzwerk überhaupt noch Leitung? Oder leitet es sich selber? Ist es selbstorganisierend? Jein. So wenigstens würde ich es für unser Netzwerk vor Ort beantworten. In unserem Netzwerk soll Freiheit bestehen, Neues auszuprobieren, unbekannte Wege zu bestreiten, ohne dass der Anspruch besteht, dass alle Glieder des Netzes diesen Pfaden auch folgen müssen. Ein dezentrales Netzwerk fordert ein Ja zur Heterogenität. Es ist unser Wunsch, dass sich das Netzwerk weiter entwickelt, neue Knoten und Verbindungen dazukommen, die sich vielleicht in ihrer Form von anderen Knoten klar unterscheiden. In dieser Hinsicht soll und darf unser Netzwerk selbstorganisierend sein ohne direkte Leiterschaftimpulse von "oben". Warum haben wir also entschieden, dass es trotzdem auf Netzwerkebene eine Instanz namens "Tafelrunde" geben soll? Wir haben es so formuliert. Die "Tafelrunde" ist für folgende Themen auf der Gesamt-Netzwerkebene verantwortlich:
Man könnte auch sagen, die Tafelrunde ist für die strategische Ausrichtung und die DNA der Bewegung zuständig. Fragen in dieser Gewichtsklasse treten in der Regel nicht täglich oder wöchentlich auf, darum ist die "Tafelrunde" kein stetiges Leiterschaftsgefäss, sondern wird nur in (un-)regelmässigen Abständen einberufen. Vorerst mal halbjährlich. Es ist aber möglich und evtl mal nötig, dass eine Tafelrunde zwischenterminlich angesetzt wird, wenn z.B. ein dringendes Traktandum zur Debatte steht, welches nicht Monate warten kann. In diesem Fall braucht es einen Antrag von einem Drittel der Tafelrunde-Mitglieder, um eine ausserordentliche Session durchzuführen.
Zurück zum Grundlegenden: Warum Tafelrunde? Inspiriert haben uns die Geschehnisse in Apg 15, Stichwort "Apostelkonzil", wo die damaligen Verantwortungsträger der frühen Kirche zusammen kamen, um grundlegende Fragen des Glaubens und der Ausrichtung der Kirche zu besprechen. Auch später in der Kirchengeschichte sind wegweisende Entscheide an Konzilen beschlossen worden. Ob die Beschlüsse inhaltlich immer top waren, ist eine andere Frage, die ich hier nicht aufwerfen möchte. Der Begriff "Tafelrunde" selber stammt von der Artus-Sage des Mittelalters:
Artus habe den runden Tisch erfunden, damit es nicht zu Streitigkeiten
um die besten Plätze kam (Der König selbst saß nicht in der
Tafelrunde.).
Es gibt bei unserer "Tafelrunde" ebenfalls keine besten Plätze, zwar eine Art "Moderator", der die Tafelrunde organisatorisch leitet, aber alle Teilnehmenden haben EINE Stimme. Der runde Tisch als Symbol für die Gleichberechtigung der Teilnehmenden ist uns sympathisch und wichtig. Wer darf nun an diesen Tisch s
itzen? Aktuell sind es bei uns alle Verantwortlichen der einzelnen "Häuser", diejenigen der sog. Kerndienste (Erklärung bin ich noch schuldig, ich weiss...) und die Verantwortlichen unserer Anlässe und Events wie z.B. die des SundayPlaza. So kam bei der ersten Tafelrunde eine Gruppe von ca. 25-30 Personen zusammen. Wenn man gewissen Quellen der Artus-Überlieferung glaubt, kamen da zum Teil bis 1600 Ritter zur Tafelrunde zusammen. Wir haben also noch Ausbaupotential! Im letzten Teil dieser kleinen Serie möchte ich die Frage nach dem Tagesgeschäft und die Aufgabe der sog. Kerndieste ansprechen.
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