Am Freitagabend habe ich mit Frau und Freunden in Thun "Operation Walküre" gesehen. Für einmal hat mich die deutsche Synchronfassung nicht gestört (in Thun laufen alle Filme auf Deutsch, die Orginialfassung gibt es nur in Bern...), zum Inhalt passt Deutsch weit besser als die Muttersprache der Schauspieler. Der Film erzählt bekanntlich die Geschehnisse rund um das Hitlerattentat vom 20.Juli 1944 (Link: ausführlicher Wikipedia-Artikel). Im Vorfeld hat der Film für grosse Aufregung gesorgt, besonders Scientologe Cruise stand im Zentrum der Diskussion. Ehrlich gesagt, kann ich diese Hysterie nicht nachvollziehen. Wenn ich Filme nur aufgrund der Kompatibilität des Lebensstils der Film-Akteure mit meinem eigenen Lebensentwurf auswählen würde, könnte ich wohl in 95% der Fälle zu Hause bleiben. Ungeachtet der Differenzen bin ich also nicht zu Hause geglieben! Bei einem Spielfilm zählt für mich die schauspielerische Leistung. Und? In dieser Hinsicht hat mich Cruise nicht überzeugt, er spielt den Stauffenberg hölzern und glatt. Eine Fehlbesetzung. Soviel zum Thema Tom Cruise. Abgesehen davon hat mich der Film überzeugt. Es ist kein Meisterwerk entstanden, aber eine über weite Strecken packende Verfilmung des gescheiterten Attentats. In atmosphärisch dichten Bildern erzählt Singer den Weg zum 20.Juli 1944. Historisch sind nicht alle Details korrekt (so hat z.B. nicht Stauffenberg selbst, Hitler die abgeänderten Walküre-Pläne zur Unterschrift vorgelegt), aber die grossen Linien stimmen. Was mich am meisten gepackt hat: der Mut und die Entschlossenheit, die Stauffenberg und seine Mitverschwörer aufgebracht haben (vgl. auch die Gedanken von Peter). Mut, der sich wagt, die Hände dreckig zu machen. Mut, der das eigene Leben nicht schont. Mut, der sich nicht vor ethischen Konfliktsituationen scheut (vgl. Thematik: Tyrannenmord, bonhoeffersche Schuldübernahme). Daran erinnert der Film eindrücklich. Darum allein ist er schon sehenswert...



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