Im Zug einer neuen E-Mail-Adresse (du findest sie unter "über das Weblog", falls du keine Benachrichtigung erhalten hast) habe ich nach Jahren mal konsequent mein Adressbuch ausgemistet. Das tut gut, über die Jahre haben sie Kontakte angesammelt, die zwar mal einen Bezug zu meinem Leben gehabt haben, aber schon lange in der Bedeutungslosigkeit versunken sind und auch kaum je wieder aufgefrischt werden. Kontakte aus Militärzeiten, Freizeitcamps, Namen aus früheren beruflichen Kontakten. Gesichter ziehen an meinem inneren Auge vorbei. Kleine Referenzpunkte in meinen 35 Jahren, aber auch keine wirklichen Freunde. Resultat meiner Tabula Rasa: Statt 1100 sind nun nur noch 728 Namen in meinem Adressbuch.
Beobachtungen:
- Ich erhalte viele Fehlermeldungen, als ich meine Adressänderung verschicke. D.h. viele meiner Kontakte haben scheinbar auch die Adress geändert, aber wie es aussieht, habe ich nicht zum erlauchten Kreis derer gehört, die informiert wurden. Oder zweite Variante: viele wechseln munter ihre Adresse, informieren jedoch kaum.
- Das Online-Zeitalter ermöglicht eine Fülle von flüchtigen Kontakten, die sich meist auch schnell wieder verabschieden. Bei manchen Einträgen musste ich peinlicherweise gestehen, dass ich keine Ahnung mehr hatte, wer sich hinter den Buchstaben verbirgt. Da bleibt nur noch die Delete-Taste.
- Gleichzeitig sind Adressen ein Kapital, in meiner jetzigen Tätigkeit als Journalist bin ich zuweilen sehr froh, dass ich viele Leute (flüchtig) kenne, besonders dann, wenn wir verzweifelt ein bestimmtes Profil für unsere Sendung suchen.
Also wenn du von mir keine Adress-Änderung erhalten hast, aber trotzdem mit mir in Kontakt bleiben willst, schreibe mir einfach eine Mail, auf dass sich das Adressbuch wieder fülle.
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