"Natürlich übernatürlich" ist das erste Buch von Marlin Watling. Sein Blog
Siyach begleitet und inspiriert mich seit 2004. Als aufmerksamer Leser ist mir natürlich nicht entgangen, dass Marlin die vergangenen Jahre und Monate immer wieder mal sein Buchprojekt erwähnt hat und nun ist es da! Gratulation! Als schöne Geste habe ich das Buch von ihm sogar geschenkt bekommen. Wow! Marlin ist Leiter und Gründer der
Vineyard Heidelberg. Und damit wären wir auch beim zentralen Thema des Buches: Vineyard. Marlin beschreibt kurzweilig und spannend die Geschichte der Vineyard-Bewegung, von den Anfängen in Kalifornien der späten 60er bis zur weltumspannenden Bewegung zu Beginn des 21.Jahrhunderts. Marlin schreibt als Insider, er schreibt über Seine Bewegung. Er ist begeistert von Vineyard. Dies dringt auf jeder Seite durch. Und ist auch gut so. Das gibt dem Buch Wärme und Leidenschaft. Es ist kein nüchternes Sachbuch, welches aus sicherer Distanz die Geschichte einer christlichen Denomination bescheibt. Wer eher aus der anticharismatischen Ecke kommt (vgl. Bericht von
Xrossblog), wird wohl manches kritischer beurteilen als es der Autor tut. Zu einzelnen Ausprägungen (Toronto, Prophetenbewegung) habe ich auch meine Fragezeichen, aber die hatte ja Wimber selber auch. Im Grossen und Ganzen finde ich die Vineyard-Werte sehr sympathisch und gesund.
Persönlich haben mir die Kapitel über die stürmische Gründungszeit besonders gut gefallen. Die Hippie-Christen, das Jesus-Movement...Wow, das war schon eine spezielle Zeit, die ich gerne selber miterlebt hätte.
Am Schluss fragt Marlin kurz, was mit den Schlüsselfiguren der Gründerzeit in der Folgezeit geschehen ist. Erstaunlich viele sind nach segensreichen Zeiten gestrauchelt, gestürzt, zerbrochen oder gesundheitlich auf der Strecke geblieben. Das hat mich bewegt und nachdenklich gestimmt. Ich glaube nicht, dass dies ein spezifisches Phänomen der Vineyard-Bewegung ist. Schon die Bibel ist voll von tragischen Leiterschicksalen. Doch es trifft mich jedesmal wieder. Ich denke dabei immer wieder an die Aussage von Leiterschaftsspezialist Clinton (nicht der Präsident, sondern der Fuller-Prof), der immer wieder betont, dass es nicht entscheidend ist, gut zu beginnen, sondern gut zu enden. Das ist Gnade und Disziplin. Glaube und Bewahrung. Segen und ausbalanciertes Dienstverständnis. Ich hoffe fest, dass ich mal zu der Kategorie gehöre, die gut endet und nicht nur einzelne Höhenflüge zu verzeichnen hatte....
Aber zurück zum Buch. Die gut 200 Seiten lesen sich leicht. Keine staubige Theologenlektüre, sondern pralles Leben, bewegende Geschichten und eine gute Prise Reich-Gottes-Theologie (G.E.Ladd). Das Buch eignet nicht nur für Vineyard-Mitglieder, sondern für alle, die an der neuen Kirchengeschichte interessiert sind.
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